Rassistische Verfolgung und „Euthanasie": Berichtet wird über die Verfolgung
der jüdischen Gemeinden, die Zerstörung ihrer Einrichtungen
(Synagogen, Schulen, Altersheime, Friedhöfe), die Ereignisse beim
Novemberpogrom 1938, Einweisung in „Judenhäuser",
Deportationen und über die Verfolgung der Sinti und Roma.
Vorgestellt werden Orte, die mit der Vernichtung „lebensunwerten
Lebens" verbunden sind: Krankenhäuser, Pflegeheime,
„Euthanasie"-Tötungsanstalten. Auch hier erfolgt eine
Bestandsaufnahme des öffentlichen Gedenkens.
Konzentrationslager und Zwangsarbeit:
Das nationalsozialistische Lagersystem hat sich in allen Regionen
ausgebreitet und überall Spuren hinterlassen: Konzentrationslager,
KZ-Außenkommandos, sog. „Arbeitserziehungslager", Lager
der „Organisation Todt" für jüdische Menschen, Lager
für ausländische Kriegsgefangene und die Vielzahl der
Lager und Unterkünfte für ausländische Zwangsarbeitskräfte
sowohl in den industriellen Zentren als auch auf dem Land. Auf fast
allen Friedhöfen befinden sich Gräber ausländischer
Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen und ihrer Kinder. Gedenkzeichen
sind eher selten oder in Vergessenheit geraten.
Die Heimatgeschichtlichen Wegweiser sind regional gegliedert
und haben den Charakter eines Handbuches.
Innerhalb der Landkreise werden in alphabetischer Reihenfolge jene
Gemeinden vorgestellt, in denen sich Spuren zu den drei
systematischen Gesichtspunkten gefunden haben. Am Schluß jedes
Kreises werden die lokale Literatur, relevante Archive, Gedenkstätten
und Kontaktadressen aufgeführt. Übersichtskarten ermöglichen eine
schnelle Orientierung.
Bereits in der Bearbeitungszeit sind die Heimatgeschichtlichen Wegweiser ein
Forschungsprojekt, das auf die Zusammenarbeit
vieler, am Thema interessierter Einzelpersonen, Gruppen und
Institutionen angewiesen ist, diese Zusammenarbeit zugleich fördert
und vernetzt. Vom „fertigen" Wegweiser gehen, so zeigen es die
jahrelangen Erfahrungen, wichtige Impulse
für weitere lokale und regionale
Forschungen zur NS-Zeit aus. Die Aufforderung, Spuren zu
sichern, hat sich besonders in der schulischen und außerschulischen
Bildungsarbeit
mit Jugendlichen bewährt. Motivierender Faktor für
Jugendliche ist vor allem zu erfahren, was sich in der NS-Zeit in der
unmittelbaren Umgebung abgespielt hat, zu erfahren, dass es ganz
konkrete Verbindungen aus der heutigen Umgebung, aus dem Dorf oder
der Kleinstadt nach Auschwitz und den anderen Stätten des Holocaust
gibt. Erinnerungsarbeit muß so konkret wie möglich sein.
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„Vorgestellt werden die
Konzentrationslager aus der Frühzeit Nazideutschlands, die späteren
Außenlager und Kommandos der Konzentrationslager wie die zahlreich
vorhandenen Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager. Es werden
Stationen des Terrors und der Verfolgung nachgezeichnet, des Boykotts
und der Enteignungen jüdischer Menschen, deren Zwangsumsiedlungen
und Deportationen, ebenso wie die der Sinti und Roma und der geistig
und körperlich Behinderten. All deren Grabstätten und Friedhöfe
sind neu entdeckt, der Vergangenheit entrissen worden. Die Breite des
Widerstands in den industriellen Zentren, aber auch in ländlichen
Gebieten, von Gruppen und Einzelpersonen aus der Arbeiterbewegung,
aus den christlichen Kirchen, den Zeugen Jehovas oder aus bürgerlichen
und militärischen Kreisen wird deutlich."
(Hans Maur, Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 2/1998)
„Keine andere Publikation ermöglicht
sowohl für Südbaden und Südwürttemberg einen so raschen Überblick
über die NS-Geschichte vor Ort wie ein Blick in das mit flexiblem,
kräftiggrünem Umschlag katalogähnlich aufgemachte Buch ...
Oberstes Kriterium bei der Konzeption war die Übersichtlichkeit und
rasche Auffindbarkeit von Details. So kann der ‚Heimatgschichtliche
Wegweiser‘ ebenso als Stadtführer (bzw. zur Vorbereitung von Führungen)
benutzt werden wie als Nachschlagewerk und kurzgefaßte
NS-Lokalgeschichte."
(Karin-Anne Böttcher,Reutlinger Geschichtsblätter 37, 1998)
"Durchgängiges Konzept der Reihe ist
es, den lokalen Bezug mit systematischen Schwerpunkten
zusammenzubringen. Es können so strukturelle Zusammenhänge auf eine
verständliche und nachvollziehbare Weise den Leserinnen und Lesern
vermittelt werden. Gleichzeitig geht von den Bänden die Anregung
aus, diesen Zusammenhängen selbst nachzuspüren, selbst aktiv zu
werden, ohne dass eine 'Entpolitisierung von Geschichte durch
Anschaulichkeit' droht."
(blick nach rechts Nr. 25/26, 1997)
„Mit dem bereits 1991 erschienenen
ersten Teil liegt nun eine Gesamtübersicht für das Land Baden-Württemberg
vor. Die Recherchen wurden jeweils auf Gemeindebasis durchgeführt
und nach Landkreisen zusammengefaßt. Sie weisen auf der einen Seite
nach, dass der Schrecken des NS-Systems allgegenwärtig war und
keinen Landstrich verschonte; andrerseits wird aber auch deutlich, dass
es zwar kaum den ‚großen‘ Widerstand gab, aber doch zahlreiche
Versuche, sich den ‚aufrechten Gang‘ so weit wie möglich zu
bewahren."
(Konrad Pflug, Landeszentrale für
politische Bildung Baden-Württemberg, 1997)
„Namen von Opfern und Tätern
werden genannt, Einzelschicksale dargestellt, Orte aufgezeigt, Straßen
und Hausnummern angegeben. So wird die Leserin, wird der Leser mit
dem Leid, dem Wirken einzelner und mit Bekanntem konfrontiert, die
Distanz zum vergangenen Geschehen schwindet."
(ÖTV-Magazin 11/1991)
„Wenn ‚grabe, wo Du stehst‘,
die Topographie forschenden Lernens bezeichnet, dann geben uns die
‚Heimatgeschichtlichen Wegweiser‘ zielführende Wünschelruten an
die Hand für die Wi(e)deraneignung einer demokratischen
Heimatgeschichte."
(Prof. Peter Krahulec, Fachhochschule Fulda)
„dass auch 50 Jahre nach Ende der
NS-Herrschaft immer wieder neue Spuren von Widerstand und Verfolgung
gefunden werden, zeigt die Neubearbeitung des Wegweisers Hessen. Dies
kann uns nur ermutigen, in der Anstrengung historischer Forschung und
Aufklärung nicht nachzulassen."
(Renate Knigge-Tesche und Konrad Schacht, Hessische Landeszentrale für
politische Bildung)
„Besonders hilfreich für
regionalgeschichtliche antifaschistische Projekte ist die Buchreihe 'Heimatgeschichtliche Wegweiser zu Stätten des Widerstands und der
Verfolgung 1933-1945' ... Man hat Aufgrund der übersichtlichen
Anordnung nach Landkreisen sofort die Darstellung der jeweiligen
Verfolgungs- und Widerstandsgeschichte seines Landkreises gefunden
und kann sie zum Ausgangspunkt weiterer Forschung machen, die von den
Autoren unter der Aufforderung „Die Spuren sichern" angeregt
wird."
(Hits für den Unterricht. Das
schnelle Nachschlagwerk für die Fächer Geschichte,
Sozialkunde/Politik)
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Die vier Bände, Band 2: Niedersachsen 1 (Reg.-Bez. Braunschweig und
Lüneburg), Band 3: Niedersachsen 2 (Reg.-Bez. Hannover und Weser-Ems),
Band 4: Saarland und Band 7: Schleswig-Holstein (nördlicher Landesteil) sind mittlerweile
vergriffen.
Band 1/1>>: Hessen I, Regierungsbezirk
Darmstadt.
Ursula-Krause-Schmitt, Jutta von Freyberg. Vorwort: Renate
Knigge-Tesche, Konrad Schacht.
ISBN 3-88864-075-X - 1995 - 376 Seiten - 21,50 EUR
Band 1/2>>: Hessen
II, Regierungsbezirke Giessen und Kassel.
Ursula-Krause-Schmitt, Jutta von Freyberg. Friedrich Wehe.
Vorwort: Renate Knigge-Tesche, Konrad Schacht. ISBN 3-88864-204-3 - 1996 - 253 Seiten -
19 EUR
Band 5/1>>: Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke
Karlsruhe und Stuttgart.
Ursula-Krause-Schmitt, Marianne Ngo, Joachim Schlör, Michael
Schmid, Gottfried Schmidt.
Vorwort: Siegfried Pommerenke. ISBN 3-88864-032-6 - 1991 - 330 Seiten - 21 EUR
(2. Auflage, 1995)
Band
5/2>>: Baden-Württemberg II, Regierungsbezirke
Freiburg und Tübingen.
Ursula-Krause-Schmitt. Vorwort: Siegfried Pommerenke.
ISBN 3-88864-223-X - 1997 - 345 Seiten - 21,50 EUR
Band 6>>: Bremen,
Stadt Bremen, Bremen-Nord, Bremerhaven.
Susanne Engelbertz. Vorwort: Bernhard Baumeister, Günter
Spanjer.
ISBN 3-88864-040-7 - 1992 - 140 Seiten - 14 EUR
Band 8>>:
Thüringen
Herausgegeben vom Thüringer Verband der Verfolgten des
Naziregimes/Bund der Antifaschisten
und dem Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945.
Redaktion Ursula Krause-Schmitt, Heinz Koch,
Vorwort von Frank Spieth, DGB-Landesvorsitzender Thüringen
ISBN 3-88864-343-0 -
2003 - 380 Seiten - 21 EUR
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Sichert
die Spuren ...
Gedenkstättenarbeit gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten des Studienkreises. Unsere
Forschungsarbeit: die "Heimatgeschichtlichen
Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945"
(inzwischen stecken fast 2 Jahrzehnte Forschungs- und Vermittlungstätigkeit in diesem Projekt)
stellt eine Zwischenbilanz dar: - Für viele Orte können diese Bände nur kleine Anhaltspunkte liefern. Hier bedarf es
dringend der weiteren Forschung ... - An anderen Orten hat sich seit Redaktionsschluß etwas getan:
Eine Gedenktafel wurde angebracht, eine Straße umbenannt ...
- Natürlich gibt es auch noch ganz "weiße Flecken", Orte, über
die uns jegliche Kenntnisse fehlen ...
Wir bitten alle Leserinnen und Leser um Mitarbeit:
Schicken Sie uns Informationen, Richtigstellungen, Fotos
und Dokumente, von denen Sie meinen, dass sie zur Ergänzung unserer Forschungsarbeit beitragen.
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