Heimatgeschichtl.
Wegweiser

 

Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

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Pressestimmen
Sichert die Spuren ...


Die Heimatgeschichtlichen Wegweiser
sind eine Bestandsaufnahme konkreter Orte, an denen sich Verfolgung und Widerstand ereignet haben; er berichtet über das mit ihnen verbundene Schicksal von Menschen und dokumentiert das Gedenken, häufig genug jedoch das Vergessen oder Verdrängen der Ereignisse nach 1945. Diese Spurensuche ist für jede Gemeinde nach drei systematischen Gesichtspunkten gegliedert:

Widerstand und Naziterror: Hier werden Örtlichkeiten, Aktionen und Personen vorgestellt, die aus ganz unterschiedlichen Motiven Widerstand leisteten. Der zugrunde gelegte Widerstandsbegriff umfaßt nicht nur den politischen, organisierten Widerstand, sondern auch Menschen, die aus religiösen und humanitären Motiven häufig genug auf sich alleine gestellt gehandelt haben. Des weiteren werden die Orte der Verfolgung vorgestellt: Einrichtungen der NSDAP („Braune Häuser", Folterstätten), Gestapodienststellen, Gefängnisse, Zuchthäuser u.a. Dokumentiert wird die Erinnerungskultur am Ort: Gedenktafeln, Benennung von Straßen und öffentlichen Einrichtungen.

Rassistische Verfolgung und „Euthanasie": Berichtet wird über die Verfolgung der jüdischen Gemeinden, die Zerstörung ihrer Einrichtungen (Synagogen, Schulen, Altersheime, Friedhöfe), die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938, Einweisung in „Judenhäuser", Deportationen und über die Verfolgung der Sinti und Roma. Vorgestellt werden Orte, die mit der Vernichtung „lebensunwerten Lebens" verbunden sind: Krankenhäuser, Pflegeheime, „Euthanasie"-Tötungsanstalten. Auch hier erfolgt eine Bestandsaufnahme des öffentlichen Gedenkens.

Konzentrationslager und Zwangsarbeit: Das nationalsozialistische Lagersystem hat sich in allen Regionen ausgebreitet und überall Spuren hinterlassen: Konzentrationslager, KZ-Außenkommandos, sog. „Arbeitserziehungslager", Lager der „Organisation Todt" für jüdische Menschen, Lager für ausländische Kriegsgefangene und die Vielzahl der Lager und Unterkünfte für ausländische Zwangsarbeitskräfte sowohl in den industriellen Zentren als auch auf dem Land. Auf fast allen Friedhöfen befinden sich Gräber ausländischer Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen und ihrer Kinder. Gedenkzeichen sind eher selten oder in Vergessenheit geraten.

Die Heimatgeschichtlichen Wegweiser sind regional gegliedert und haben den Charakter eines Handbuches. Innerhalb der Landkreise werden in alphabetischer Reihenfolge jene Gemeinden vorgestellt, in denen sich Spuren zu den drei systematischen Gesichtspunkten gefunden haben. Am Schluß jedes Kreises werden die lokale Literatur, relevante Archive, Gedenkstätten und Kontaktadressen aufgeführt. Übersichtskarten ermöglichen eine schnelle Orientierung.

Bereits in der Bearbeitungszeit sind die Heimatgeschichtlichen Wegweiser ein Forschungsprojekt, das auf die Zusammenarbeit vieler, am Thema interessierter Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen angewiesen ist, diese Zusammenarbeit zugleich fördert und vernetzt. Vom „fertigen" Wegweiser gehen, so zeigen es die jahrelangen Erfahrungen, wichtige Impulse für weitere lokale und regionale Forschungen zur NS-Zeit aus. Die Aufforderung, Spuren zu sichern, hat sich besonders in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen bewährt. Motivierender Faktor für Jugendliche ist vor allem zu erfahren, was sich in der NS-Zeit in der unmittelbaren Umgebung abgespielt hat, zu erfahren, dass es ganz konkrete Verbindungen aus der heutigen Umgebung, aus dem Dorf oder der Kleinstadt nach Auschwitz und den anderen Stätten des Holocaust gibt. Erinnerungsarbeit muß so konkret wie möglich sein.
Pressestimmen                                                                                   Zum Seitenanfang


„Vorgestellt werden die Konzentrationslager aus der Frühzeit Nazideutschlands, die späteren Außenlager und Kommandos der Konzentrationslager wie die zahlreich vorhandenen Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager. Es werden Stationen des Terrors und der Verfolgung nachgezeichnet, des Boykotts und der Enteignungen jüdischer Menschen, deren Zwangsumsiedlungen und Deportationen, ebenso wie die der Sinti und Roma und der geistig und körperlich Behinderten. All deren Grabstätten und Friedhöfe sind neu entdeckt, der Vergangenheit entrissen worden. Die Breite des Widerstands in den industriellen Zentren, aber auch in ländlichen Gebieten, von Gruppen und Einzelpersonen aus der Arbeiterbewegung, aus den christlichen Kirchen, den Zeugen Jehovas oder aus bürgerlichen und militärischen Kreisen wird deutlich." 
(Hans Maur, Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 2/1998)

„Keine andere Publikation ermöglicht sowohl für Südbaden und Südwürttemberg einen so raschen Überblick über die NS-Geschichte vor Ort wie ein Blick in das mit flexiblem, kräftiggrünem Umschlag katalogähnlich aufgemachte Buch ... Oberstes Kriterium bei der Konzeption war die Übersichtlichkeit und rasche Auffindbarkeit von Details. So kann der ‚Heimatgschichtliche Wegweiser‘ ebenso als Stadtführer (bzw. zur Vorbereitung von Führungen) benutzt werden wie als Nachschlagewerk und kurzgefaßte NS-Lokalgeschichte." 
(Karin-Anne Böttcher,Reutlinger Geschichtsblätter 37, 1998)

"Durchgängiges Konzept der Reihe ist es, den lokalen Bezug mit systematischen Schwerpunkten zusammenzubringen. Es können so strukturelle Zusammenhänge auf eine verständliche und nachvollziehbare Weise den Leserinnen und Lesern vermittelt werden. Gleichzeitig geht von den Bänden die Anregung aus, diesen Zusammenhängen selbst nachzuspüren, selbst aktiv zu werden, ohne dass eine 'Entpolitisierung von Geschichte durch Anschaulichkeit' droht." 
(blick nach rechts Nr. 25/26, 1997)

„Mit dem bereits 1991 erschienenen ersten Teil liegt nun eine Gesamtübersicht für das Land Baden-Württemberg vor. Die Recherchen wurden jeweils auf Gemeindebasis durchgeführt und nach Landkreisen zusammengefaßt. Sie weisen auf der einen Seite nach, dass der Schrecken des NS-Systems allgegenwärtig war und keinen Landstrich verschonte; andrerseits wird aber auch deutlich, dass es zwar kaum den ‚großen‘ Widerstand gab, aber doch zahlreiche Versuche, sich den ‚aufrechten Gang‘ so weit wie möglich zu bewahren." 
(Konrad Pflug, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1997)

„Namen von Opfern und Tätern werden genannt, Einzelschicksale dargestellt, Orte aufgezeigt, Straßen und Hausnummern angegeben. So wird die Leserin, wird der Leser mit dem Leid, dem Wirken einzelner und mit Bekanntem konfrontiert, die Distanz zum vergangenen Geschehen schwindet." 
(ÖTV-Magazin 11/1991)

„Wenn ‚grabe, wo Du stehst‘, die Topographie forschenden Lernens bezeichnet, dann geben uns die ‚Heimatgeschichtlichen Wegweiser‘ zielführende Wünschelruten an die Hand für die Wi(e)deraneignung einer demokratischen Heimatgeschichte." 
(Prof. Peter Krahulec, Fachhochschule Fulda)

„dass auch 50 Jahre nach Ende der NS-Herrschaft immer wieder neue Spuren von Widerstand und Verfolgung gefunden werden, zeigt die Neubearbeitung des Wegweisers Hessen. Dies kann uns nur ermutigen, in der Anstrengung historischer Forschung und Aufklärung nicht nachzulassen." 
(Renate Knigge-Tesche und Konrad Schacht, Hessische Landeszentrale für politische Bildung)

„Besonders hilfreich für regionalgeschichtliche antifaschistische Projekte ist die Buchreihe 'Heimatgeschichtliche Wegweiser zu Stätten des Widerstands und der Verfolgung 1933-1945' ... Man hat Aufgrund der übersichtlichen Anordnung nach Landkreisen sofort die Darstellung der jeweiligen Verfolgungs- und Widerstandsgeschichte seines Landkreises gefunden und kann sie zum Ausgangspunkt weiterer Forschung machen, die von den Autoren unter der Aufforderung „Die Spuren sichern" angeregt wird." 
(Hits für den Unterricht. Das schnelle Nachschlagwerk für die Fächer Geschichte, Sozialkunde/Politik)
 

Liste der erschienenen Bände                                                      Zum Seitenanfang

Die vier Bände, Band 2: Niedersachsen 1 (Reg.-Bez. Braunschweig und Lüneburg), Band 3: Niedersachsen 2 (Reg.-Bez. Hannover und Weser-Ems), Band 4: Saarland und Band 7: Schleswig-Holstein (nördlicher Landesteil) sind mittlerweile vergriffen.

 Band 1/1>>: Hessen I, Regierungsbezirk Darmstadt. 
Ursula-Krause-Schmitt, Jutta von Freyberg. Vorwort: Renate Knigge-Tesche, Konrad Schacht. 
ISBN 3-88864-075-X - 1995 - 376 Seiten - 21,50 EUR
 Band 1/2>>: Hessen II, Regierungsbezirke Giessen und Kassel. 
Ursula-Krause-Schmitt, Jutta von Freyberg. Friedrich Wehe. Vorwort: Renate Knigge-Tesche, Konrad Schacht. ISBN 3-88864-204-3 - 1996 - 253 Seiten - 19 EUR
 Band 5/1>>: Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Karlsruhe und Stuttgart.
Ursula-Krause-Schmitt, Marianne Ngo, Joachim Schlör, Michael Schmid, Gottfried Schmidt.
Vorwort: Siegfried Pommerenke. ISBN 3-88864-032-6 - 1991 - 330 Seiten - 21 EUR (2. Auflage, 1995)
 Band 5/2>>: Baden-Württemberg II, Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen.
Ursula-Krause-Schmitt. Vorwort: Siegfried Pommerenke.
ISBN 3-88864-223-X - 1997 - 345 Seiten - 21,50 EUR
 Band 6>>: Bremen, Stadt Bremen, Bremen-Nord, Bremerhaven.
Susanne Engelbertz. Vorwort: Bernhard Baumeister, Günter Spanjer.
ISBN 3-88864-040-7 - 1992 - 140 Seiten - 14 EUR
Band 8>>: Thüringen
Herausgegeben vom Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten
und dem Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945.
Redaktion Ursula Krause-Schmitt, Heinz Koch,
Vorwort von Frank Spieth, DGB-Landesvorsitzender Thüringen
ISBN 3-88864-343-0 - 2003 - 380 Seiten - 21 EUR
 
Sichert die Spuren ...
Gedenkstättenarbeit gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten des Studienkreises. Unsere Forschungsarbeit: die "Heimatgeschichtlichen Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945" (inzwischen stecken fast 2 Jahrzehnte Forschungs- und Vermittlungstätigkeit in diesem Projekt) stellt eine Zwischenbilanz dar:
- Für viele Orte können diese Bände nur kleine Anhaltspunkte liefern. Hier bedarf es dringend der weiteren Forschung ...
- An anderen Orten hat sich seit Redaktionsschluß etwas getan: Eine Gedenktafel wurde angebracht, eine Straße umbenannt ... 
- Natürlich gibt es auch noch ganz "weiße Flecken", Orte, über die uns jegliche Kenntnisse fehlen ...

Wir bitten alle Leserinnen und Leser um Mitarbeit:

Schicken Sie uns Informationen, Richtigstellungen, Fotos und Dokumente, von denen Sie meinen, dass sie zur Ergänzung unserer Forschungsarbeit beitragen.

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